Pfarrkirche St. Nikolaus
Die
Ende des 19. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaute
St. Nikolauskirche
ist die dritte Pfarrkirche in Wörth am Main.
Patrozinium: Hl. Nikolaus (s. Nicolaus ep.) am 6. Dezember
Die erste war die St. Martinskirche (heute Friedhofskapelle), die im frühen Mittelalter kirchliches Zentrum des Süd-West-Spessarts und des Odenwaldhinterlandes gewesen ist.
Die zweite war die ab 1328 nachweisbare Stadtkirche
St. Wolfgang,
die 1903 profanisiert wurde und heute
Schiffahrts- und Schiffsbaumuseum der Stadt ist.
Kurzbeschreibung
Baugeschichte
| 1883-85 | "Neu-Wörth" entsteht auf hochwasserfreiem Gelände zwischen Landstraße und Bahnhof | |
| 1888 |
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| 18.11.1890 | Pfarrer Adam Haus (Landtags- und Reichstagsabgeordneter) erhält die Genehmigung zur Veranstaltung einer Lotterie; er erlöst dadurch 99.940,25 Mark und damit beinahe die gesamte für den Kirchenneubau projektierte Bausumme |
Text der Urkunde bei der Grundsteinlegung "Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit |
| 07.03.1895 | Tod von Pfarrer Adam Haus. Sein Nachfolger wird Pfarrer Carl Hofmann |
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| 12.02.1896 | Die Stadt Wörth stellt den Bauplatz kostenlos zur Verfügung | |
| 25.04.1896 | Der von Prof. Joseph Schmitz (Nürnberg) ausgearbeitete Bauplan wird vom Staatsministerium genehmigt | |
| März 1897 | Vergabe der Bauarbeiten durch die Kirchenverwaltung; Bauleitung: Stiftstechniker Ignaz Henfling, Aschaffenburg; Bauausführung durch die Maurermeister Engelbert Graßmann, Aschaffenburg, und Aloys Ühlein, Wörth am Main | |
| 09.05.1897 | Feierliche Grundsteinlegung | |
| 29.09.1898 | Konsekration der Kirche durch Bischof Ferdinand Schlör (Würzburg) | |
| 1972 | Außen- und Innenrenovierung mit Neugestaltung des Chorraumes unter Leitung von Willi Goldhammer und Anton Schmitt | |
| 1989/90 | Gesamtrenovierung mit erneuter Umgestaltung des Chorraumes, Freilegung der Fresken und Einrichtung einer "Kerzenkapelle" im Turmuntergeschoss unter der Leitung von Helmut Becker, Klingenberg | |
Äußere Eindrücke
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Wörther Motive von Gebhard Hepp |
Innere Werte
| Blick in den Innenraum | |||||||
| Hochaltar |
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| Altar versus populum |
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Ambo und Priestersitz |
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Chorgestühl |
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Ausmalung
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links hl. Nikolaus und rechts hl. Petrus. |
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| Apsisfenster |
Glasmalereien der Firma Victor von der Forst, Münster in Westfalen, 1898: links hl. Nikolaus (Stiftung des Schiffervereins), in der Mitte hl. Familie (Stiftung der Elise Hofmann), rechts hl. Ludwig (Stiftung von Mitgliedern des Dritten Ordens). Die Glasfenster wurden im Jahr 2010 von der Fa. Feige, Karlstadt, überarbeitet und mit einer Schutzverglasung versehen. Im August 2010 wurden Aufnahmen vom Nikolaus-Fenster gemacht, um sie als Vorlage für einen Vorschlag zur Gestaltung einer Sonder-Briefmarke der Deutschen Post in den kommenden Jahren zu verwenden. |
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| Kreuzigungsgruppe |
"Über dem Chorabschluss unter dem
sogenannten Triumphbogen der St.-Nikolaus-Kirche steht, dem
Kirchenvolk zugewandt, auf einem reich geschnitzten Querbalken mit
der Aufschrift 'consummatum est' (d.h. Es ist vollbracht), die
eindrucksvolle gotische Kreuzigungsgruppe mit Christus am Kreuz,
seiner Mutter und St. Johannes. Sie nimmt den Blick jedes
Kirchenbesuchers gefangen und ist ein Kunstwerk, wie es nur ein von
religiösem Geist erfüllter Künstler schaffen konnte. "Die Wörther Kreuzigungsgruppe, aus Holz geschnitzt und übermalt,
dürfte von einem Schüler Backoffens einige Jahre nach dem Tod des
Meisters, wahrscheinlich im Jahre 1528 geschaffen worden sein. In
der ältesten erhaltenen Kirchenrechnung aus dies Jahr werden
Ausgaben vermerkt, 'das Heyligst Crütz Hauß zu decken'; d.h. damals
ist wohl die Kreuzkapelle vor dem Unteren Straßentor gebaut worden,
die ihren Namen eben von dieser Kreuzigungsgruppe der
Backoffenschule erhalten hat, die offenbar im gleichen Jahr
gefertigt worden ist. 1863 kamen die drei Figuren - die Kreuzkapelle wurde damals völlig umgebaut - in die St.-Martins-Kapelle im Friedhof. Ein Malermeister wurde entlohnt für 'Oelaufstrich des Kreuzes, desgl. Muttergottesbild, Jünger Johannes desgl.' Nach Auskunft des Realschematismus der Diözese Würzburg von 1897 war die Gruppe 'aus dem Hoheneckischen Schloss dorthin gebracht' worden. Möglicherweise stand bei dieser Version (deren Inhalt sich nicht bestätigen lässt) die Sage vom 'Sprechenden Kreuz im Wörther Schloss' Pate. 1898 wurde die Kreuzigungsgruppe in die eben fertig gestellte
St.-Nikolaus-Kirche transferiert: |
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| Kreuzaltar |
Altarunterbau mit zwei grünen Marmorsäulen und Mensa aus Rotsandstein 1898. Restauration des Altares (Predella und Flügelrahmen neu) und malerische Ergänzungen besonders der Flügelrückseiten von Alois Hauser, München, 1898: das Mittelbild zeigt die Kreuzigung Jesu, die beiden Bilder auf der linken Flügelinnenseite zeigen die Kreuzauffindung, auf der rechten Innenseite die Kreuzerhöhung, das Bild auf der linken Flügelaußenseite zeigt die Muttergottes mit Kind, auf der rechten Außenseite die hl. Anna. Altarkonsekration zu Ehren des hl. Kreuzes mit Reliquien der Martyrer Probus, Felizitas und Fulgentia durch Bischof Ferdinand Schlör am 29.09.1898. Über dem Kreuzaltar Wandgemälde mit Darstellung Christus als Weltenrichter von Paul Ecke, München, 1906. In der Pfarrchronik der Pfarrei
Wörth von Josef Volkheimer steht auf den Seiten 276f. zur
Kreuzkapelle: |
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| Muttergottesaltar |
Unterbau mit zwei grünen Marmorsäulen und Mensa aus Rotsandstein, an der Predella Relief mit Darstellung Tod Mariens von Arthur Schleglmünig, Würzburg. Darüber in der Mittelnische eine thronende Muttergottes mit Kind aus Kunststein von Balthasar Schmitt, München. Altarkonsekration zu Ehren der Königin der Engel mit Reliquien der Heiligen Benedikt, Bonifatius und Desiderius durch Bischof Ferdinand Schlör am 29.09.1898. Über dem Marienaltar Wandgemälde mit Darstellung der Krönung Mariens von Paul Ecke, München, 1906. |
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| Kreuzweg |
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| Taufstein |
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| "Kümmernisbild" |
Das Bild war ursprünglich für die St.-Wolfgang-Kirche in Auftrag gegeben worden, landete aber nach deren Profanierung auf dem Speicher des alten Rathauses, wo es Bürgermeister Berninger 1948 entdeckte. Nach einer ersten Restaurierung wurde es zunächst in der Wendelinuskapelle aufgehängt und kam schließlich nach einer weiteren Überholung an seinen heutigen Platz.
Zur Darstellung |
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| Orgel |
22 Register von Fa. Philipps, Aschaffenburg, 1934.
Restauration durch Firma Weiss, Zellingen, 1989. siehe auch Artikel zur Orgel |
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| Hl. Antonius |
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| Hl. Urbanus |
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| Hl. Nepomuk
(links)
Hl. Aloisius |
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| Hl. Josef mit
Jesus-Kind |
In Auftrag gegeben von Pfarrer Josef Kerber |
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| Darstellung der Schmerzhaften Muttergottes |
1900 von Pfarrer Hofmann beschafft |
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| Walldürn-Wallfahrtsbild |
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| Herz-Jesu-Statue |
im linken Querschiff |
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| Beichtstuhl |
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| Butzenscheiben-Fenster in den Seitenschiffen | Von Wörther Familien gestiftet
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| Glocken | Nikolausglocke mit Schlagton c´;
Durchmesser 150,4 cm; 2.031 kg; Schmuck: Relief des Heiligen; Umschriften: "Wenn Versuchung im Herzen, wenn Not im Haus, wenn Gefahr auf den Wogen, dann schütze uns St. Nikolaus", "Gestiftet vom Fischer- und Schifferverein Wörth am Main". Wolfgangsglocke
mit Schlagton es´; Marienglocke mit Schlagton f´;
Martinsglocke mit Schlagton g´;
Josefsglocke mit Schlagton b´;
Alle fünf Glocken wurden 1963 von der Firma F. W. Schilling, Heidelberg, gegossen. |
| St. Nikolaus-Lied |
| Worte von
Josef Volkheimer, Melodie: "Sei gelobt und hochgepriesen" |
| In des Himmels
Strahlenkranze glänzt dein Bild, Sankt Nikolaus! Deines Lebens mildreich Wirken lohnt dir Gott im Vaterhaus. Zu dir heben wir die Herzen |
| Du der Freund
der Kinderscharen, du der Armen Schutz und Hort, du der Müden Kraft und Stärke, Du der Schiffer sichrer Hort. Zu dir heben... |
| Wenn Gefahr und
Not uns drohen, schütze uns, Sankt Nikolaus! Lass dein´ Hilf´ uns angedeihen, lösche unsre Sorgen aus! Zu dir heben... |
| Leite uns und
alle Völker hin zu Christi Königszelt! Wir geloben dir die Treue, dass er uns hat auserwählt. Zu dir heben... |
Quellen:
Realschematismus der Diözese Würzburg, Dekanat Obernburg
Werner Trost: Wörth am Main. Chronik einer fränkischen Kleinstadt, Bände 1 bis 4
Josef Volkheimer: Pfarrchronik Wörth